Maker, DIY oder einfach nur selbermachen

Das Selbermachen liegt angeblich voll im Trend. Maker Fairs (= Messen für Bastler und Tüftler) allerorten, zahllose neue Zeitschriften zu dem Tehma am Kiosk und sogenannte Repair Cafés, selbst in kleinsten Gemeinden. Dabei war die gute, alte DIY Bewegung (= do it yourself) nie tot, tüfteln und basteln stand bei vielen Menschen schon immer hoch im Kurs.

Egal, ob man durch Eigenleistung beim Hausbau Geld sparen möchte, sich seine Traumwelt mit einer Modelleisenbahn in H0 selbst erschafft oder sein eigenes Bier braut, das Basteln und Selbermachen ist ein fester Bestandteil der Freizeitgestaltung in Deutschland, leider wegen des spießigen Images oft belächelt. Und trotzdem hat diese Bewegung in den letzten Jahren nochmals enorm an Schub gewonnen. Das hat verschiedene Gründe:

  • Basteln als Ausgleich zum Job
  • Digitale Helferlein: Raspberry, Arduino & Co.
  • Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Basteln als Ausgleich zum Job

Mit zunehmender Digitalisierung arbeiten immer mehr Menschen nur noch am Computer. Das weckt bei vielen das Bedürfnis, wenigstens in der Freizeit kreativ zu werden und Dinge mit den eigenen Händen zu erschaffen. Schaltet man seinen Rechner ab, ist auch das Ergebnis der eigenen Arbeit nicht mehr zu sehen. Fliegt man seinen selbst gebauten Quadrokopter, beglückt die Verwandtschaft mit Honig von den eigenen Bienen oder trinkt mit Freunden ein selbst gebrautes Bier, dann erfüllt einen dies mit einem ganz eigenen Stolz. Dabei unterstützt das Internet nicht nur bei Suche nach Gleichgesinnten: zahlreiche Foren und Gruppen in Sozialen Netzwerken helfen mit Rat und Tat bei der Umsetzung der eigenen Ideen. Als Bezugsquellen kommen die vielen Onlineshops sowie Kleinanzeigen auf Portalen wie z.B. Adbuzzr.de in Frage, wo man so gut wie alle erdenklichen Utensilien oder Bauteile findet, neu oder gebraucht.

AdBuzzr: selbstgebauter Quadrokopter

AdBuzzr: selbstgebauter Quadrokopter

Digitale Helferlein: Raspberry, Arduino & Co.

Einen wahren Siegeszug hat der Kleincomputer Raspberry in den letzten Jahren gemacht. Ursprünglich war als kostengünstiger Rechner gedacht um Kinder das Programmieren näher zu bringen. Aber inzwischen hat der Raspberry – sowie zahlreiche ähnliche Entwicklungen – ein ganzes Ökosystem an Hardware, Software und Entwicklern geschaffen. So gibt kann man sich bereits eine große Zahl alltagstauglicher Anwendungen zu einem günstigen Preis selber bauen. Dank einer reichaltigen Angebots an Zubehör wie Videokameras, WLAN Adapter und vieler Sensoren , die z.B. Temparatur, Luftdruck oder den Standort via GPS lassen sich von den kleinen Rechnern allerlei Aufagben erledigen. Beliebte Anwendungen sind z.B. Mediacenter um Filme und Musik über das heimische WLAN verfügbar zu machen und die sich via App übers Handy steuern lassen.

Ähnlich dem Raspberry verhält es sich mit der Steuerungsplatine Arduino und ähnlichen Produkten. Neben der Steuerung von Multikoptern tun sich auch hier viele neue Anwendungsfälle auf. Hat man einmal damit angefangen sich mit dieser Materie zu beschäftigen sind der Fantasie praktisch keine Grenzen mehr gesetzt. Auch die neuen 3D Drucker beschleunigen diese Entwicklung, so gibt nicht mehr nur Open Source Software, sondern auch Open Source Bauteile. Wo früher ganze Entwicklungsabteilungsabteilungen notwendig waren kann man heute im Hobbykeller Produktentwicklung auf hohem Niveau betreiben.

Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Mit der Öko-Bewegung der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts hat sich bei uns in Deutschland die DIY-Bewegung etabliert. Einen großen Beitrag leistete nicht zuletzt Jean Pütz mit seiner Hobbythek: seit dieser Zeit wird Brot selbst gebacken und die Hautcreme selbst angerührt. So gesehen ist der Trend des Selbermachens nicht neu, hat aber weiteren Zulauf erhalten, seit Themen wie Energiewende, CO2-Fußabdruck und Nachhaltigkeit in aller Munde sind. Viele Konsumente akzeptieren die kurze Lebensdauer vieler Produkte nicht mehr und treffen sich in sogenannten Repair Cafés um kaputt gegangene Geräte zu reparieren statt sie auf den Müll zu werfen. Auch hier kann der 3D Drucker helfen, um benötigte Ersatzteile einfach selbst nachzubauen.

AdBuzzr: selbstgebrautes Bier

AdBuzzr: selbstgebrautes Bier

Die Bastelei im Hobbykeller ist nicht selten sogar der Ausgangspunkt für eine Selbständigkeit. Es gibt zahlreiche Erfolgsgeschichten von Erfindern und Makern die begonnen haben, Ihre Arbeitsergebnisse auf Marktplätzen wie etsy oder dawanda zu verkaufen. Nicht wenige betreiben inzwischen sogar ihre eigenen Webshops. Natürlich kann auch eine Plattform für Kleinanzeigen wie AdBuzzr.de dafür genutzt werden, die in Heimarbeit entstandenen Produkte anzubieten. Man muss ja nicht gleich eine Firma gründen, manchmal geht es auch nur darum, Platz für neue Werke zu schaffen.

Besucht man eine Maker Fair, also eine Messe für die kreativen und technikbegeisterten Tüftler, wird man genau diese Vielfalt an Projekten wieder finden. Es ist schon eine skurile und witzige Mischung an Leuten, Ideen und Projekten. Die Stimmung auf diesen Messen ist jedenfalls einzigartig.